Tityus serrulatus

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Skorpione (Scorpions)
Familie: Buthidae
Gattung: Tityus (C.L. Koch, 1837)
Art: serrulatus (LUTZ & MELLO, 1922)
Trivialname: keiner bekannt

Herkunft und Vorkommen
Tityus serrulatus ist in Südamerika beheimatet. Dort hat er seine Verbreitung in den tropischen Wäldern Brasiliens. Wobei er sich durchaus auch als Zivilisationsfolger zeigt und gerade auf Friedhöfen oder anderen etwas beruhigteren Bereichen menschlicher Siedlungen anzutreffen ist. T. serrulatus hält sich für gewöhnlich an feuchten Orten auf. Unter Baumrinden, Steinen oder in Erdhöhlen ist dieser Skorpion zu finden.

Giftigkeit
Dieser Vertreter der Buthiden-Familie zählt zu den sehr giftigen Skorpionen und hat ein sehr starkes Gift, welches auch für den Menschen tödlich enden kann.

Äußere Merkmale & Geschlechtsunterschiede
Der Tityus serrulatus hat einen etwas dunkler abgesetzten Körper, der eine schwarze-gräulich bis bräunliche Färbung aufweist. Seine Laufbeine zeichnen sich heller ab und haben eine orangene Färbung die nach unten hin heller wird, teilweise sogar ins weissliche übergeht. Die Pedipalpen sowie das Metasoma sind ebenfalls in einem Orange-braunton, wobei die Enden meist deutlich dunkler gefärbt sind und hier eher ins bräunliche übergehen.
Mit einer Größe von rund 6-8cm adult, ist dies ein kleinerer aber nicht zu unterschätzender Skorpion.
Zu den Geschlechtsunterschieden kann ich leider keine Aussage machen, da ich bislang ausschliesslich weibliche Tiere gesehen habe. Diese Art verfügt über die Möglichkeit sich parthenogenetisch zu vermehren, was soviel bedeutet wie, dass die weiblichen Skorpione sich über die sog. Jungfernzeugung vermehren und hierfür keinen männlichen Gegenpart benötigen. In der Natur sind durchaus auch männliche Exemplare vorhanden und eine normale Verpaarung ist ebenso möglich.
Ein weiteres markantes Merkmal dieser Art ist, dass sie über einen Subakulearstachel verfügen. Diese eine kleine dornähnliche Ausprägung direkt unter dem eigentlichen Stachel.

Haltung
Wie oben schon erwähnt, bewohnt dieser Skorpion tropische Gegenden. Dementsprechend sind auch die Haltungsparameter zu wählen. Die Luftfeuchtigkeit sollte 80% tagsüber erreichen und nachts durchaus auf Maximum ansteigen. Als gute Temperaturen haben sich bei mir 28°C mit einer Nachtabsenkung auf 24°C bewährt. Als Substrat sollte ein Erde-Sand oder Humus Gemisch verwendet werden, welches immer feucht zu halten ist. Eine Wasserschale sollte gereicht werden, wenn man auf das tägliche Sprühen verzichtet und eine andere Bewässerungsmethode wählt. Bevorzugt man die Sprühmethode, kann darauf verzichtet werden, da die Skorpione die Tropfen an Wänden und Rinden aufnehmen können.
Diese Skorpione klettern ausgesprochen gerne. Daher sollten Rindenstücke, Äste und Steinaufbauten nicht fehlen. Vor allem Rindenstücke die aufgestellt sind, nutzen die Skorpione gerne bei der Häutung.
Für die Art sollten die Terrarien gut verschlossen und abgedichtet sein. Die Tiere können sich sehr flach machen und ihre guten Kletterfähigkeiten lassen sich auch aus den unzugänglichsten Stellen des Terrariums ausbrechen. Von der Terrariengröße kann man einen 30er Würfel (30x30x30cm) für eine kleinere Gruppe von bis zu 6 Skorpionen gut verwenden. Es empfiehlt sich auch dringend das Bodensubstrat mit tropischen Asseln oder Springschwänzen zu impfen um Schimmelbildung vorzubeugen.
Das Substrat sollte immer gut feucht gehalten werden. Moos und Laub runden das Ganze ab. Eine Terrarienbepflanzung hilft, ist aber mit Vorsicht zu verwenden. Man sollte wenn dann übersichtliche Pflanzen wählen, bei welchen man jederzeit einen Überblick im Terrarium behält um nicht von einem Skorpion überrascht zu werden.

Verhalten
Die T. serrulatus sind sehr soziale Skorpione und ermöglichen so eine perfekte Gruppenhaltung. Tatsächlich habe ich bei mir noch keinen Fall nachvollziehen können, an dem der Tod eines Tieres durch Kannibalismus eingetreten ist.
Wie bereits erwähnt ist das Gift dieser Skorpione sehr poten, hinzu kommt, dass sie sehr schnell sind. Ihre ruhige Haltung ist trügerisch. Oft sprinten sie blitzschnell los. Die T. serrulatus sind nachtaktiv und reagieren auf Störungen nicht selten eher aggressiv.

Verpaarung & Nachzucht
zur tatsächliche Verpaarung kann ich keine Angaben machen, da ich bislang wie eingangs erwähnt noch keine männlichen Exemplare hatte. Nichts desto trotz, ist durch die parthenogenetische Veranlagung auch hier eine Nachzucht möglich. Das geht bei richtiger Haltung praktisch von allein. Im Adultalter, haben die Tiere bei mir im Schnitt 1-2 mal im Jahr geworfen. Die Wurfgröße betrug dabei meist zwischen 10 und 20 Jungtiere. Nach etwa 7 Tagen häuten sich die Skorplinge das erste mal und verbleiben dann aber noch geraumer Zeit auf dem Rücken der Mutter, bzw. suchen diesen immer wieder auf. Interessant bei dieser Art ist, dass die Jungen auch auf den Rücken anderer Weiber zu finden waren und nicht ausschliesslich auf dem Rücken des Muttertieres verblieben. Die anderen Skorpione habe dies offenbar auch geduldet.
Die Jungtiere können auch problemlos mit den adulten großgezogen werden. Der Übersicht halber, empfehle ich aber, die Jungtiere separat aufzuziehen. Dies kann durchaus in Gruppen praktiziert werden. Ich habe bspW. immer die jeweiligen Würfe als Gruppe aufgezogen und damit keinerlei Probleme gehabt. Um die kleinen Skorpione nicht einzeln aus dem Terrarium zu angeln oder das Muttertier mit den Jungen auf dem Rücken zu handeln, rate ich die trächtigen Weiber zu separarieren und in einen Wurfbehälter zu halten, bis die kleinen Skorpione den Rücken verlassen haben und eigenständig durch das Terrarium flitzen. Bei der Aufzucht habe ich dieselben Parameter wie bei den adulten Tieren verwendet und bin damit sehr gut gefahren. Je nach Parameter und Fütterung sind die T. serrulatus im Mittel nach ca. 8-9 Monaten adult.

 

Futter
Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Zophobas, Schaben
Anmerkung: meine größeren Skorpione haben bevorzugt Schokoschaben genommen. B. Dubia wurden weniger angenommen.

Persönlicher Kommentar
Der Tityus serrulatus ist ein farbenfroher und schöner Skorpion. Seine sozialen Eigeschaften machen ihn zum perfekten Gruppenhaltungs-Skorpion und lassen eine Gruppe auch eine interessante Beobachtungsquelle im Terrarienzimmer erscheinen.
Seine Schnelligkeit und Giftigkeit sollte man keinesfalls unterschätzen. Unerfahrenen Haltern und Einsteigern kann ich nur von dieser Art zunächst abraten, bis ein gewisses Maß an Erfahrung und Sicherheit beim Umgang mit Skorpionen vorhanden ist.

Eine Möglichkeit die sich bei Skorpionen nur selten bietet, ist die Tatsache, dass die T. serrulatus auch mit T. stigmurus in Gemeinschaftsterrarien gehalten werden können. Ich selber habe damit gute Erfahrungen gemacht und keine Ausfälle beklagen müssen. Selbst die gemischte Aufzucht ging reibungslos.

Quellen
Scorpions of the World (E. Ythier, R. Stockmann)
Eigene Erfahrungen