Nebo yemenensis

Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Skorpione (Scorpions)
Familie: Scorpionidae
Gattung: Nebo (Simon, 1878)
Art
:
yemensis (Francke, 1980)
Trivialname: Yemenskorpion



Vorab
Über diese Art stehen mir nur wenige Informationen zur Verfügung. Ein ausführlicher Haltungsbericht kann von mir auch nicht erstellt werden.

Herkunft und Vorkommen
Dieser sehr schöne Skorpion ist im Yemen beheimatet.

Giftigkeit
Dieser Skorpion zählt zu den sehr giftigen Arten. Sein Gift ist auch für Menschen sehr gefährlich.
Auch wenn nach der Faustregel - Je größer die Scheren im Vergleich zum Giftstachel desto ungiftiger - meist stimmt, so haben wir hier definitiv eine Ausnahme.

Äußere Merkmale & Geschlechtsunterschiede
Die Größen variieren hier nach meinen Beobachtungen zwischen männlichen und weiblichen Tieren. Während die weiblichen Skorpione eine Größe von rund 14-15cm aufweisen, ist der Bock gut 1/3 kleiner und erreicht eine Größe von rund 9-10cm. Beide Geschlechter zeigen aber die gleiche Grundfärbung, wobei die weiblichen Tiere glänzender und intensivere Farben haben als die Böcke, die etwas matter erscheinen. Die Nebo yemensis weisen einen bräunlichen Körper auf, der recht einheitlich gefärbt ist. Das Metasoma wird zum Telson hin deutlich dunkler bis schwarz. Die Laufbeine erscheinen in einem gelb-weisslichen Farbto. Die Pedipalpen sind ebenfalls braun gefärbt, wobei sie an den Kanten schwarz umrandet sind. Ebenso sind die Scherenfinger schwarz.
Meine weiblichen Tiere haben 13 Kammzähne, während der Bock 17 am linken und 18 Kammzähne am rechten Kamm aufweist. Neben der Anzahl der Kammzähne, sieht man auch einen Unterschied in der Färbung. Die Kämmzähne der weiblichen Skorpione, sind dunkler abgesetzt, während die männliche Skorpione einheitlich hell gefärbt sind. Interessant ist auch die Form des Genitaloperculums, welches bei den weiblichen Tiere eher oval und beim männlichen Exemplar eher herzförmig ausgeprägt ist. Damit also genau umgekehrt wie bei Pandinus imperator. Weiter konnte ich feststellen, dass die Scheren unterschiedlich ausgeprägt sind. Während die weiblichen Tiere ihre Scheren komplett schliessen können, bleibt bei dem männlichen Exemplar der hintere Bereich offen, s.d. dich hier ein kleiner Hohlraum bildet.

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Haltung
Da sich der Verbreitungsraum der Nebo yemensis mit denen der Nebo grandis überschneiden, habe ich mich an den Informationen der N. grandis orientiert, da mir sonst keinerlei Informationen über das Vorkommen und die Lebensräume der N. yemensis vorliegen.

Von N. grandis ist bekannt, dass man sie unter großen Steinen, in selbst gegrabenen Höhlen und teilweise auch in verlassenen Nagerbauten findet. Nebo grandis bewohnt aride bis semiaride Lebensräume in denen eine geringe Luftfeuchte bei hohen Temperaturen vorherrschen.
Da diese Arten auch recht groß werden sollte ein Terrarium mit den Maßen 40x30x30 nicht unterschritten werden. Einzelhaltung ist anzuraten. Mit Paarhaltung habe ich noch keine Versuche unternommen, da sie auch binnen kürzester Zeit Aggressionen zeigt und ich keine Ausfälle riskieren wollte. Als Substrat verwende ich ein Sand-Erde-Lehm-Gemisch (70% Sand 30% Erde und Lehmpulver für die Grabfähigkeit).
10 bis 15cm Bondengrund halte ich für angemessen. Tiefer habe ich den Grund bisher nicht einrichten müssen, da die Skorpione bislang nur kleine Mulden gegraben haben.
Korkrinden, Äste und Steine dienen als Versteck- und Klettermöglichkeit. Eine Wasserschale biete ich stets an, welche ich aber nur einmal die Woche befülle und dann austrocknen lasse.
Bisher halte ich alle Nebo Arten bei Temperaturen um die 30°C bis 33°C.


Verhalten
Nebo yemensis zeigen sich bei mir durchaus angriffslustig und aggressiv. Zu dem schlagen sie blitzschnell zu. Im gegensatz zu ihren Kollegen aus der Scorpionidae-Familie, nutzen sie ihren Giftstachel stets um die Beute zu erlegen. Sie sind extrem flink und zeigen sich durchaus auch am Tag, wobei die Hauptaktivität in der Nacht stattfindet. Bei dieser Art ist extreme Vorsicht geboten, wenn man im Terrarium hantiert.

 


Verpaarung & Nachzucht
Zur Trächtigkeit und Aufzucht kann ich leider nichts berichten, da ich bisher noch keine Nachzuchten hatte.
Allerdings kann ich sagen, dass die weiblichen Skorpione eine Häutung mehr wie männliche Tiere benötigen um das Adultstadium zu erreichen. Demnach sind die 0.1 mit Instar 9 und die 1.0 mit Instar 8 adult.
Ein Verpaarung ist nun weit über 1 Jahr her und bisher habe noch keine Anzeichen eines baldigen Wurfes gesehen (stand Juni 2012).

Die Verpaarung läuft wie bei allen Skorpionen ab. Sobald der Bock das Weib wahrgenommen hat, beginnt er durch Zitterbewegungen die Gunst des Weibchens zu gewinnen. Recht schnell tastet er mit seinen Scheren die Scheren des Weibchens ab und beginnt diese zu umklammern um dann mit dem Tanz zu beginnen. Dieser kann sich einige Zeit hinziehen. Anschliessend sucht er sich eine geeignete Stelle um die Spermatophore abzusetzen und das Weib darüberzuziehen. Nach erfolgreicher Verpaarung trennen sich die beiden Partner auch recht schnell wieder.
Im Gegensatz zu den P. imperator oder diversen Heterometrus sp. die nach der Paarung sehr aggressiv sind, zeigten die Nebo yemensis keinerlei Aggression.

Futter
Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Mehlwürmer, Zophobas, Schaben

Persönlicher Kommentar
wunderschöner Skorpion, keine Frage, allerdings absolut nicht anfängertauglich. Seine extreme Schnelligkeit sowie die Potenz seines Giftes und die Eigenschaft aggressiv auf Störungen zu reagieren, lassen ihn zu einem Pflegling für erfahrene Halter werden.
Aber eine wirklich unglaublich schöne Art, deren Farben und Verhalten in Bildern und Texten kaum wiedergegeben werden kann. Mich haben diese Arten voll in ihren Bann gezogen.

Quellen
eigene Erfahrungen
Scorpions of the World (E. Ythier, R. Stockmann)