Krankheiten, Verletzungen und Parasiten bei Skorpionen

Auch Skorpione sind vor schädlichen äusseren Einwirkungen nicht immer gewappnet. Verletzungen durch Kämpfe mit Rivalen, Fressfeinden und wehrhafter Beutetiere hinterlassen auch bei Skorpionen ihre Spuren.
Ebenso, gibt es auch hier einige Parasiten und Schädlinge die die Skorpione befallen.

 

Milben

Wer kennt diesen Begriff nicht? Milben sind nicht nur bei Reptilien eine lästige Gefahr, auch Skorpione können von ihnen heimgesucht werden. In diesem Fall kann man leider nicht auf handelsübliche Milbenbekämpfungsmittel zurückgreifen da diese meist gegen Spinnentiere im Allgemeinen ausgelegt sind und somit dem Skorpion mehr schaden als helfen.
Hier muss man sich anderer Mittel bedienen, die je nach Befall, helfen oder leider auch nicht.
Man kann zunächst versuchen, die Milben mit sog. Raubmilben zu bekämpfen. Diese gibt es im Handel zu kaufen. Es handelt sich hier um eine Milbenart, die auf andere Kleinstlebenwesen jagd macht und dadurch den unerwünschten Milben den Garr ausmachen sollen. Hat man das Terrarium mit Springschwänzen oder Asseln versehen, werden allerdings auch diese von den Raubmilben dezimiert.
Die Raubmilben sterben nach einer gewissen Zeit ohne weitere Futterquelle ab.

Eine weitere Methode, sofern der Befall gering ist, ist den Skorpion zunächst in ein Quaratänebehältnis zu setzen. Am besten auch nicht in der Nähe der anderen Skorpione, da Milben auch wandern können und bsp.W. durch die Lüftungsgitter andere Becken befallen könnten. Als Bodengrund nehme ich hier Küchenpapier, feucht oder nicht feucht je nach Art, welches täglich gewechselt wird.
Anschliessend den Skorpion in eine weitere Box setzen. Am besten mit einer Unterlage auf der die Milben gut erkennbar sind. Bei dunklen Skorpionen hat man es hier wesentlich einfacher. Dann kann man versuchen, die Milben mit einem Pinsel, Pinzetten o.Ä. vom Skorpion zu entfernen. Ich habe den Skorpion auch schon in ein lauwarmes Wasserbad gesetzt und so versucht die Milben herunterzubringen.
Diese Methode hilft wenn nur vereinzelte Milben auf dem Skorpion sind.

Genrell, egal welche Methode mal wählt, sollte man das Terrarium und Einrichtungsgegenstände gründlichst reinigen. Substrat und Rückwände würde ich komplett neu einbringen.

Auf den Bildern, sieht man einen sehr starken Milbenbefall eines ariden Skorpions.

skorp milben

Hier im vergrößerten Teilausschnitt

skorp milben2

 

Mykose

Als Mykose wird eine Art Pilz bezeichnet, der Skorpione bei zu feuchter Haltung befällt. Sehr deutlich, erkennbar an dunklen, schwarz gefärbten Körperstellen. Dieser Pliz befällt meist zunächst die Extremitäten und frisst sich nach und nach weiter. Im Extremfall führt dieser auch zum Tod des Skorpions.
Oftmals wird gesagt, dass die Mykose nur bei ariden Arten zu finden ist. Leider ist dem ganz und gar nicht der Fall und ich habe schon ettlich humide Arten mit Mykosebefall gesehen. Vermehrt auch bei Pandinus imperator.
Mykose kann man nicht behandeln. Man kann lediglich versuchen die Ausbreitung zu reduzieren oder stoppen. Manche Halter berichteten auch von erfolgreichen Amputationen. Dies ist aber auch immer mit hohem Risiko verbunden und sollte der letzte Ausweg sein.

hier zu sehen, ein von Myksose befallenes Bein eines ariden Skorpions.

skorp mykose

auf dem 2. Bild, das Kammorgan eines adulten Pandinus imperator. Gut zu sehen, der bereits stark von Mykose zerfressene Kamm, bei dem stellenweise bereits die Kammzähne fehlen.

p imperator kamm mykose

 

Parasiten

Nun, eines vorweg, stellt man den Befall fest, ist es meistens eigentlich schon zu spät. Für Skorpione gibt es leider keine Wurmkur oder Spritzen die man verabreichen könnte, s.d. man hier fast durchgehend mit dem Verlust des Tieres rechnen muss.
Wildfänge tragen die Parasiten oftmals bereits in sich ohne dass diese zunächst zu erkennen sind oder gewisse Anzeichen liefern. Ob diese in der Natur davon befallen wurden oder beim Export aufgrund schlechter Bedingungen vermag ich nicht zu sagen.
Allgemein kann man Parasiten die der Skorpion in Inneren hat leider nicht so leicht feststellen. Ein Anhaltspunkt kann könnte eine seitliche
Ausbuchtung an der Pleuralmembran (weiche Stelle zwischen den Panzerplatten) sein. Wenn ihr euch den Skorpion zeigen lasst, schaut auf dessen Reaktion bzw. auf dessen Erscheinungsbild. Geht der Skorpion in Abwehrhaltung oder liegt er nur teilnahmslos da, oder lässt gar das Telson flach ausgestreckt. Letzteres deutet darauf hin, dass das Tier bereits sehr schwach ist.

Allerdings können auch Nachzuchten hier durch Parasiten heimgesucht werden. Oftmals ist schlechtes Futter die Ursache. Buckelfliegen stehen hier als Plage ganz oben. Die Larven befallen den Skorpion und fressen ihn langsam von innen heraus auf. Ich habe aufgrund einer solche Plage, eingeschleppt durch ein kontaminiertes Tier einmal gut die Hälfte meines Bestandes verloren. Die Verbreitung ging so rasend schnell, s.d. täglich ein anderes Terrarium befallen und verseucht war. Abhilfe gab hier nur, das Auswechseln sämtlicher Bodensubstrate, Pflanzen, Rinden und Einrichtungsgegenstände sowie die Zeitigung der Skorpione für eine gewisse Zeit in Quarantänebehälter auf Küchenpapiert in einem separaten Raum. Fliegenfallen konnte in täglich auswechseln, da die Klebenstreifen bereits nach wenigen Stunden schon komplett mit toten Fliegen überseht waren.
Leider kam damals der unglückliche Umstand noch dazu, dass ich zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Fliegenpest für eine Woche im Urlaub war und somit erst eingreifen konnte als es schon zu spät war.

Seit einiger Zeit stelle ich auch vermehrt fest, dass bei vielen Futterlieferanten die Dosen bereits in den Zoogeschäften mit unerwünschten Begleitern versetzt sind. Ich kann seither nur dazu raten konsequent alles zu meiden. Sobald eine Dose auch nur eine Fliegen aufweist, fliegt diese sofort in die Gefrietruhe und anschliessend in den Müll.

Auf dem unteren Bild ein Wildfang aus Uganda.
Die angezogene Scherenhand fiehl zunächst nicht weiter auf. Nach wenigen Tagen, war diese durchgehend in der auf dem Bild zu sehenden Haltung.
Nach 2 Wochen war der Skorpion tot. Ein Untersuchung des toten Tieres zeigte, dass die Scherenhand komplett ausgehöhlt war, die beiden vorderen Beide auf der selben Seite ebenfalls.
Weiter haben ich beim Aufschneiden des Skorpions jede Menge Maden und Larven gefunden die bereits große Teile des Inneren befallen hatten.
Die anderen Skorpione aus dem selben Import, starben ebenfalls nach kurzer Zeit an der selben Ursache.

skorp parasiten

 

Verletzungen

Verletzungen können wie eingangs erwähnt bei Kämpfen zustande kommen. Auch nach vollzogener Paarung, wenn beiden dann aneinander geraten kommt es nicht selten auch zu Verletzungen sofern man nicht eingreift.
Meist haben Wildfänge deutliche Spuren auf ihren Panzerplatten. Gliedmassen fehlen teilweise oder sogar ganz. Bis zu einem gewissen Grad ist das für den Skorpion nicht gravierend. Mit einem fehlenden Bein kommt er meist auch gut klar. Ein angebrochener Stachel bei einem Pandinus oder Heterometrus ist auch nicht weiter tragisch. Für Grillen und Heimchen wird er diesen meist sowieso nicht einsetzen.

Ich habe ein adultes Pandinus imperator Weib, bei welchem ein Bein komplett abgetrennt wurde, bei weiteren 2 Beinen die Beinenden von Mykose zerfressen waren und die Pleuralmembran an einer Stelle deutlich hervorsteht, vor einigen Jahren bei mir aufgenommen. Der Skorpion kommt damit wunderbar klar, frisst problemlos und hat auch bereits geworfen und eine weitere Verpaarung hinter sich. Allerdings ist die Dame sehr aggressiv s.d. ich diese nur einzeln halten kann.

padipalpe verletzung

Auf dem Bild erkennbar, eine abgebrochene Spitze des nicht beweglichen Scherenfingers.
Eine solche Verletzung ist nicht weiter tragisch und stellt keine Probleme dar.
Weiter hinten Spuren der letzten Rangelei mit Artgenossen.


Solche 'Defekte' bei Jungtieren sind in der Regel nach einer Häutung nicht mehr erkennbar, da diese Fehlstellen nachgebildet werden können.
Adulte Tiere müssen damit aber leben. Hier gibt es keine Regeneration.