Umgang mit dem Skorpion

Wer ein Terrarium hat, wird nicht umhinkommen auch mal "Wartungsarbeiten" im Terrarium durchführen zu müssen. Sei es das tägliches Sprühen, Entfernen von Futterresten, Austausch der Wasserschale, Reinigungsarbeiten, Austausch von Leuchtmittel usw. - die Liste kann sehr lang werden.
Hat man nun ein oder mehrere Skorpione im Terrarium sitzen, sollte man sich stets bewusst sein, dass es sich hier um Gifttiere handelt und diese auch blitzschnell zustechen können. Um die Gefahr zu minimieren und auf der sicheren Seite zu sein, sollte man Arbeiten im Terrarium nur dann durchführen, wenn die Skorpione zuvor herausgenommen worden sind. Nur wie bekommt man den Skorpion nun aus dem Terrarium?
Es gibt hier mehrere Möglichkeiten, wie sich auch in Foren usw. beschrieben werden.

Eine der oft genannten Methoden ist die, den Skorpion mit einer Heimchendose oder ähnlichem aus dem Terrarium zu nehmen. Sicherlich eine Möglichkeit. Ich persönlich halte diese Variante aber für schwierig und unhandlich. Ausserdem begibt man sich so unweigerlich in den Gefahrenbereich durch die geringe Entfernung zum Skorpion, welche durch die Abmaße der Heimchendose vorgegeben sind.
In kleineren Terrarien hat man vielleicht auch Schwierigkeiten die Heimchendose so anzusetzen, dass der Skorpion darin landet und nicht seitlich wieder entwischt. Alles in allem in dies natürlich eine Möglichkeit.

Eine weitere Möglichkeit und die meiner Meinung nach praktikabelste und auch gängiste Methode ist es, den Skorpion mit einer Pinzette zu packen und so aus dem Terrarium zu heben. Es gibt mittlerweile in fast allen Terraristikgeschäften Pinzetten in beliebiger Größe mit denen sich sehr gut arbeiten lässt.
Es versteht sich von selbst, dass man bei einem ausgewachsenen Pandinus imperator nicht mit einer 10cm Pinzette hantiert, sondern hier dann die etwas größere Variante von 25cm aufwärts benutzt. Auf der anderen Seite kommt man mit so einem Teil bei einem Tityus stigmurus im 2. Instar wiederum nicht weit und ist hier auf etwas feinere Abmaße angewiesen. Aber ich denke, das sollte logisch und für jederman klar sein.
Mit der Pinzette packt man den Skorpion vorsichtig und dennoch recht schnell am Telson (Schwanz) mit mässigem Druck. Am besten sucht man sich als Ansetzpunkt für die Pinzette den mittleren Teil des Telsons aus. Hier ist die Verletzungsgefahr am geringsten. Am hinteren Teil des Telsons besteht die Gefahr dass man die Giftblase verletzt oder gar abreisst. Wenn es ganz unglücklich läuft, verletzt man den Skorpion dabei so, dass er nicht mehr abkoten kann und dann langsam an einer inneren Vergiftung stirbt.
Den Skorpion zielsicher und mit dem richtigen Maß an Pinzettendruck zu fangen erfordert sicher etwas Übung, allerdings ist man dabei sehr mobil, kommt auch in die Ecken des Terrariums und durch die "richtigen!" Abmaße der Pinzette läuft man auch nicht Gefahr in den Bereich des Stachels zu kommen.

auf dem Bild dargestellt, den Bereich in dem man den Skorpion am besten packen kann.


so geht's


Für Nachzuchten gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Diese sind oft so klein, dass man mit den Pinzetten nicht so richtig zurechtkommt. Vor allem für ungeübte Hände oftmals sehr schwierig, da man die kleinen Skorplinge ja nicht verletzten möchte.
Hier gibt es einen einfachen Trick. Man nimmt einfach einen Löffel und löffelt die Skorpione aus dem Terrarium. Am besten geht das mit einem Kaffeelöffel oder mit einem Eislöffel. Diese sind hoch genug, damit die kleinen Skorpione nicht gleich wieder wegspringen können.

Am besten ist es natürlich den Skorpion in Ruhe zu lassen und erst gar nicht damit zu hantieren. Versucht also so wenig wie möglich und nur wenn notwendig die Skorpione mit den beschriebenen Methoden zu bewegen.